Expertenmeinung - Social Media Trends 2020/2021

 

Unsere Content Marketing Expertin und CEO Patricia Lackner hat mit uns über die Social Media Trends 2020 & 2021 gesprochen und uns exklusive Einblicke gewährt. Im folgenden Spricht sie darüber, wie wichtig die Interaktion mit der eigenen Community ist, in welchen Trends sie Potential sieht und wo noch Aufholbedarf besteht und vor allem, wie man diese Trends auf den eigenen Social Media Kanälen ganz leicht anwenden kann!

 

Warum ist die Community wichtig und die Interaktion mit dieser so wichtig?

Ohne Community kann kein Facebook‑ oder Instagram‑Account überleben, denn soziale Netzwerke, wie auch der Name „sozial“ schon sagt, lebt von sozialen Interaktionen. Eine Community kann nur aufgebaut werden, wenn der Account‑Betreiber oder Account‑Besitzer Interaktion zeigt. Das heißt postet man ein oder zwei Fotos pro Woche und macht sonst aber nichts, kann weder eine Community entstehen noch kann ein Account wachsen oder irgendein Parameter ausschlagen, um erfolgreich zu sein. Inhalte und Content steht ohne Frage über allem, aber eine Community wächst nicht nur durch schöne Bilder und 0815‑Content, sondern eine Community bildet sich durch Mehrwert und hochwertigen Content und Interaktionen. Unternehmen müssen den Followern etwas einzigartiges bieten, beispielsweise durch Blicke hinter die Kulissen und durch die Weitergabe deines Wissens. Im Großen und Ganzen würde ich sogar so weit gehen und sagen, dass die Interaktion und Communitybildung ebenso wichtig ist, wie der Content selbst, denn ohne diese Maßnahmen kann das ganze Netzwerk, beziehungsweise Konstrukt „Social Media“ nicht funktionieren. Wichtig ist außerdem, dass man eine Identifikationsmöglichkeit für die Community schafft. Dafür finde ich, sind „GIFs“ ein super Tool. Das heißt man geht im Sommer campen und man hat einen Camping Van als GIF, den man einbauen kann und man fühlt sich so zu dem Unternehmen hingezogen und es schürt ein Community‑Gemeinschaftsgefühl und das Unternehmen kann dann mit den NutzerInnen des GIFs interagieren, da man als Unternehmen sieht, wie oft die einzelnen GIFs angeklickt werden und man kann sehen, ob ein GIF gerne verwendet wird oder noch etwas geändert werden muss.



Was hältst du von Mikroinfluencern?

Mikroinfluencer sind meiner Meinung nach ein ganz ein wesentlicher Bestandteil von diesem Konstrukt „Social Media“, große Influencer mit hunderttausenden von Followern sind schön und gut, aber die Authentizität dieser Personen haben in den vergangenen Jahren stark nachgelassen und wenn man im lokalen Bereich ein Produkt vermarkten möchte, dann wird es wenig bringen, wenn ein deutscher Fintness‑Influencer einmal pro Woche etwas in die Kamera hält, sondern es wird wesentlich effektiver sein mit mehreren Mikroinfluencern bis zirka 500 Followern zu arbeiten. Erstens freuen sich Mikroinfluencer über Kooperationen und machen sehr authentische Werbung für dich und sind wirkliche Multiplikatoren für deine Botschaft beziehungsweise deines Produktes. Zweitens sind Mikroinfluencer eigentlich in allen Branchen anwendbar, egal ob es sich um einen Dienstleister, einen Handelsbetrieb oder ein Restaurant handelt. Ich glaube, das ist wirkliche in flächenübergreifend anwendbar und wird meiner Meinung nach auch noch viel, viel stärker genutzt werden. Hofer zum Beispiel macht das ganze schon seit Jahren sehr stark und ich finde, dass Mikroinfluencer ein wesentlicher Bestandteil des Social Media Erfolgs sind beziehungsweise sein können.

 

Patricia, welche Trends 2021 haben für dich das größte Potential?

Meiner Meinung nach haben zwei Trends ein großes Potential für KundInnen, das sind zum einen „Reels“ und Kurzvideoformate im Allgemeinen. Man sieht bereits jetzt, wie unterschiedlich die Views sind, wenn man auf einem Account ein IGTV‑Video, mit bis zu einer Minute, und einmal ein Reel, mit wenigen Sekunden postet, dann stehen dem IGTV‑Video mit 4.000 Views die Reels mit 40.000 Views gegenüber, daraus lässt sich schon ein großes Potential erkennen. Bei TikTok wird das ganze bald stagnieren, trotzdem wird sich die Plattform noch lange halten.
Zweitens finde ich, dass die Guides‑Funktion von Instagram ein großes Potential trägt, weil es ein cooles und brauchbares Tool ist, indem man wichtige Informationen geballt zusammenfassen kann und auch die User brauchen nicht das gesamte Profil durchsuchen, um alle Infos zu erhalten. Außerdem bekommt man so die Möglichkeit, mehr Text auf einen Blick abrufbar zu haben. Vor allem für Dienstleister glaube ich, dass das ein sehr wichtiges Tool sein wird.


Welcher Trend braucht deiner Meinung nach noch etwas Zeit und muss noch weiterentwickelt werden?

Ich glaub ein bisschen Zeit wird noch die Nachhaltigkeitskommunikation brauchen, da noch sehr viel „Unfug“ damit betrieben wird und es für heimische Betriebe relativ schwer ist, jetzt Anschluss und den richtigen Weg für sich zu finden. Ich glaube, dass ist noch ein Prozess, der noch bis zu 1,5 Jahre braucht, bis er zur Gänze angenommen wird und auch die heimischen Betriebe wissen was ihr USP ist und was sie eigentlich nachhaltig macht, weil sehr viele Betriebe sind schon seit Jahren nachhaltig produzieren, aber das Bewusstsein dafür noch nicht gegeben ist.
Ebenso glaube ich, dass Facebook‑ und Instagram‑Shops noch Zeit brauchen und transparenter werden müssen. Das Vertrauen, vor allem von Konsumenten, muss erst aufgebaut werden, damit Produkte über Social Media gekauft werden, da ist das Vertrauen einfach bei Shops, wie zum Beispiel Zalando einfach noch viel höher und man weiß, wie die Abläufe funktionieren. Außerdem muss es für die Unternehmen einfacher werden die Shops zu verwenden.

 

Doch woher weiß ich als UnternehmerIn, ob ich an einem Trend teilnehmen soll oder nicht?

Zuallererst sollte man sich die Frage stellen, ob der Trend zur eigenen Zielgrupp passt. Das heißt, wenn ich ein Handelsunternehmen mit der Zielgruppe 50+ bin, muss ich mich mit dem Trend Facebook‑Shopping nicht beschäftigen, weil dafür einfach keine Nachfrage bestehen wird. 
Möchte man den Kundenstock ausbauen und das Angebot erweitern, dann würde ich auf alle Fälle die neuen Trends mitmachen und quasi „Out of the box“ arbeiten, um auf sich aufmerksam zu machen. 
Es kommt aber glaube ich auch sehr stark darauf an, von welchem Trend und über welche Plattform wir sprechen! GIFs und Reels erstellen kann jedes Unternehmen, da kommt es hauptsächlich auf die Plattform an, die ich als Unternehmen bespiele! Wenn ich schon auf Instagram aktiv bin, bieten sich Reels natürlich wunderbar an, aber sich extra für ein Reel auf Instagram anzumelden, macht wenig Sinn. 
Wichtig ist bei den ganzen Trends also im Hinterkopf zu behalten, dass man bis zu einem gewissen Grad mitmachen sollte, um nicht in der Masse unterzugehen, jedoch immer im Blick behalten muss, wer die eigene Zielgruppe ist, welche Medien diese Zielgruppe konsumiert und wie diese Zielgruppe erreicht werden kann!

 

Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Tel.: +43 664/ 3912380